Alnatura Campus
Darmstadt / Deutschland

2015 – 2018

Als erster seiner Art in Deutschland soll auf dem ehemaligen Gelände der Kelley-Barracks ein Ort entstehen, der das Thema gesunde Ernährung mit Bio-Produkten und das Thema Nachhaltigkeit erlebbar macht. Auf einer Art Campus werden in den drei Bereichen “SuperNaturMarkt”, “Bio-Erlebnisfarm” und “Arbeitswelt” das Entwickeln der Produkte über deren Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung bis hin zum Kochen und Essen der selbst geernteten Nahrungsmittel erfahrbar.

Darüber hinaus wird ein Kindergarten auf dem Gelände entstehen.

Die Alnatura Arbeitswelt wird ein beispielhaftes Bürogebäude für die Mitarbeiter von Alnatura, welches die Anforderungen an zukunftsgerechtes Arbeiten und nachhaltiges Bauen durch intelligente Wahl der Baumaterialien und den behutsamen Einsatz energieeffizienter Gebäudetechnik umsetzt. Es entsteht eine Art „Werkstatt“, in der eine moderne und sinnvolle Arbeitsweise gezeigt wird, die permanent weiterentwickelt werden soll und die für Besucher sichtbar ist.

Die Großzügigkeit des Standortes ermöglicht den Bau eines weitgehend tagesichtoptimierten Gebäudes. Der asymmetrische Dachfirst lenkt ausschließlich Nordlicht in das Atrium. Um dieses herum gruppieren sich auf drei Geschossen 10.000 m2 Bürofläche für bis zu 500 Mitarbeiter.
Die Verwendung nachwachsender Baustoffe wie Holz und Lehm als auch der Einsatz wiederverwertbarer Materialien ermöglicht ein in der Gesamtbilanz nahezu klimaneutrales Bauwerk.

Material

Die Lehmwand
Ein 5.000 Jahre alter Baustoff wird zur Innovation:

Begleitet von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt als auch der TU München und Darmstadt ist eine innovative Außenwand aus erneuerbaren Baustoffen entstanden. Über die Hälfte der Stampflehmmischung wird aus Materialien der Baugrube von Stuttgart 21 bezogen. Das steinig-lehmige Abraummaterial wird mit porösem Gestein als Dämmstoff vermengt, in den angrenzenden ehemaligen Militärhallen verarbeitet und direkt vor Ort verbaut.

Die graue Energie bei der Herstellung, Verarbeitung und einem möglichen Rückbau ist praktisch null. Es zeigt sich, dass Lehm hierbei noch weit vor bekannten Naturprodukten wie Holz oder Tonziegeln liegt. Weltweit zum ersten Mal wird die Stampflehmwand mit einer geothermischen Wandheizung belegt. Durch die Langlebigkeit des Materials als auch die hervorragende Luftfeuchteregulation und Wärmespeicherfähigkeit des Lehms entsteht ein Bau von hoher Wertstabilität.

Die Oberfläche bleibt frei von Algen- oder Moosbildung, der Reinigungs- oder Pflegeaufwand der Fassade entfällt. Im Inneren verbessert die poröse Oberfläche neben dem Raumklima auch wesentlich die Akustik der angrenzenden Bürofläche. Die Anmutung von Einfachheit und Ehrlichkeit bleibt jahrzehntelang erhalten.

Short Facts

Bauherr

Campus 360 GmbH

Planungsteam

Freiraumplanung
Ramboll Studio Dreiseitl – Überlingen

Ausschreibung und Objektüberwachung
BGG Grünzig Ingenieurgesellschaft mbH - Bad Homburg

Tragwerksplanung
Knippers & Helbig – Stuttgart

Energiekonzept
Transsolar – Stuttgart

HLS
Henne & Walter – Reutlingen

Elektro
ib.schwarz – Stuttgart

Bauphysik
KNP – Köln

Brandschutz
Tichelmann & Barillas – Darmstadt

Fotos
Marc Doradzillo, Alnatura

Fläche

60.000 m2 Campus
10.000 m2 Bürowelt
1.000 m2 SuperNaturmarkt
1.500 m2 KinderNaturGarten

Das Team

Eduardo Martín Rodríguez

Architekt

Eduardo hat in Madrid (Universidad Politécnica) und Weimar (Bauhaus) Architektur studiert. Während seinem Studium war er unter anderem in „3GOffice“ und „Gazapo & Marquerie arquitectos“ in Madrid tätig.

Eduardo arbeitet als Architekt bei haascookzemmrich STUDIO2050 seit 2013. Zu seinem bisherigen Tätigkeiten zählt die Mitarbeit an Wettbewerben (u.a. Merecedes Benz Campus in Stuttgart), sowie die Werkplanung für verschiedene Projekte: Schmalz Empfangsgebäude in Glatten (2014-2015), Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt (2016-2017) und ein Logistikzentrum in Walldorf (2018).

Elena Krämer

Elena studierte Architektur an der Hochschule für Technik in Konstanz (BA) und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (MA). Im studienbegleitenden Praktikum bei schnebli ammann menz architekten in Zürich arbeitete sie an einer Wohnüberbauung und einem Bürogebäude.

Nach Tätigkeiten in Süddeutschland und im Oberengadin, wo Elena bei Lazzarini Architekten am Entwurf für Ordos 100 mitarbeitete, ist sie seit 2013 bei haascookzemmrich STUDIO2050 als Architektin tätig.

Elena ist seit 2014 zusammen mit Sinan Tiryaki Projektleiterin des Alnatura Campus in Darmstadt.

Eva Engele

Ioannis Siopidis

Lena Götze

Innenarchitektin

Lena studierte in Coburg (DE) und Stuttgart (DE), sowie in Lugano (CH) Innenarchitektur. Im Laufe ihres Studiums sammelte sie in diversen Büros Erfahrung und fand, nach dem erfolgreich absolvierten Master an der HFT, ihren Einstieg bei Scope Architekten in Stuttgart. Seit 2017 ist sie als Innenarchitektin bei haascookzemmrich STUDIO2050 angestellt.

Neben einem abgeschlossenen Büroprojekt in Stuttgart, bearbeitet Lena aktuell den Innenraum von dem Projekt Alnatura Arbeitswelt und von einem Logistikzentrum in Walldorf.

Martin Haas

Partner Freier Architekt BDA / Miller Chair University of Pennsylvania

Martin Haas hat in Stuttgart und London Architektur studiert. Von 1995-2012 war Martin Haas bei Behnisch Architekten tätig. Nach dem Gewinn einiger Wettbewerbe war er unter anderem von 1996-2002 mit Jörn Genkel als Projektleiter für die NORD/LB in Hannover verantwortlich. Danach arbeitete Haas an internationalen Projekten in Dubai, Italien und Frankreich bevor er 2005 Partner in Behnisch Architekten wurde. Als Partner war Martin Haas verantwortlich für das Stadtentwicklungsprojekt Riverparc in Pittsburgh, für Labor und Büroprojekte in Paris, für das Haus im Haus in der Handelskammer Hamburg, die Unilever Zentrale und den Marco Polo Tower in Hamburg, sowie für das Ozeaneum in Stralsund. Martin Haas war auch Co-Kurator der sehr erfolgreichen Wanderausstellung "Ökologie, Design, Synergie".

Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt Haas auf die Entwicklung innovativer, nachhaltiger Architektur. Nach 6 Jahren der Partnerschaft gründet Haas, zusammen mit David Cook und Stephan Zemmrich im April 2012 sein eigenes Büro „haascookzemmrich STUDIO2050“ mit Projekten im In und Ausland.

Als Mitbegründer des DGNB ist Martin Haas Mitglied des Präsidiums, und seit 2013 deren Vizepräsident.Seit 2008 hat er eine Gastprofessur and der University of Pennsylvania in Philadelphia, USA sowie an der Universita di Sassari in Italien inne.

Martin Haas ist seit 2017 Mitglied des Gestaltungsbeirats in Karlsruhe.

Auszüge: Projekte

Nord/LB

Nord/LB

Martin Haas als Projektpartner bei Behnisch Architekten von 1995-2002
Handelskammer Hamburg

Handelskammer Hamburg

Martin Haas als Partner in Behnisch Architekten Die Handelskammer Hamburg ist seit gut 340 Jahren nicht nur Börsenplatz und Mittelpunkt des wirtschaftlichen Lebens der Stadt, sie ist auch von großer gesellschaftlicher Bedeutung. In die vorhandene Börsenhalle wurde ein neuer Baukörper als „Haus im Haus“ eingefügt, der, über fünf Etagen verteilt, Büroräume, Ausstellungsflächen der Wirtschaftsbibliothek sowie den Börsenclub aufnimmt. Das Licht reflektierend, immateriell, entwickelt die Struktur einen starken Kontrast zum steinernen Gepräge der historischen Halle. Transluzente Bauteile, Spiegellamellen und eine speziell für das Haus entwickelte LED Beleuchtung unterstützen den Eindruck einer spielerischen Maßstabslosigkeit.
Unilever Hamburg

Unilever Hamburg

Martin Haas als Partner in Behnisch Architekten 2005-2012 Der Neubau für die Hauptverwaltung von Unilever hat einen neuen Akzent in der südlichen Stadtansicht der Hafencity in Hamburg gesetzt. Die offene Bürolandschaft für die gut 1200 Mitarbeiter entwickelt sich um ein zentrales Atrium herum. Das Gebäude ist organisiert wie eine kleine Stadt. Es gruppieren sich Nachbarschaften um eine Welt aus Brücken Plätzen und Rampen. Vielseitigkeit, Leichtigkeit, Transparenz und Dynamik fördern den Austausch. Es ist ein Haus welches Öffentlichkeit schafft. Neben dem innovativen Bürokonzept ist das Unileverhaus das weltweit erste Bürogebäude mit einer LED Beleuchtung als integraler Bestandteil des Nachhaltigkeitkonzepts. Neben dem Umweltzeichen der Hafencity in Gold hat das Gebäude diverse internationale Auszeichnungen erhalten und wird heute im Reiseführer als eine der 10 Hauptattraktionen Hamburgs geführt.
Ozeaneum Stralsund

Ozeaneum Stralsund

Martin Haas als Partner in Behnisch Architekten Entwurf Behnisch & Partner, ab Entwurf Behnisch Architekten 2008 Mit dem Ozeaneum in Stralsund erweitert das Deutsche Meeresmuseum als größtes naturkundliches Museum der deutschen Ostseeküste seine bisherigen Standorte um einen Museums-Neubau mit Großaquarien und thematischen Ausstellungen zur Ostsee, dem Weltmeer, der Erforschung und Nutzung der Meere sowie einer Ausstellung zu den Riesen der Meere. Durch seine besondere Form und Lage ist das Ozeaneum zu einem bedeutenden Element im Stadtbild der Weltkulturerbe Stadt von Stralsund geworden. Die Baukörper sind von einer, in einer Stralsunder Werft hergestellten Stahlfassade umschlossen. Frei geschwungene Bänder umspielen die Fassaden der Ausstellungs- und Aquarienkörper wie vom Wind geblähte Segel. Das Ozeaneum bekam den Preis „Europäisches Museum des Jahres 2010“.
Marco Polo Tower Hamburg

Marco Polo Tower Hamburg

Martin Haas als Partner in Behnisch Architeken 2005-2012 Direkt an der Elbe, an prominenter Stelle in der Hafencity, liegt neben dem neuen Unileverhaus der Marco Polo Tower. Durch seine exponierte Lage gehört er zu den herausragenden architektonischen Landmarken der Hafen City. Seine 17 oberirdischen, leicht zueinander verdrehten Geschosse erlauben von allen 58 Wohneinheiten spektakuläre Ausblicke über die Elbe, auf die Hamburger Stadtlandschaft und die Hafencity. Die zurückgesetzten Fassaden werden durch die überhängenden geschwungenen Terrassen auf natürliche Weise verschattet, so dass auf einen konventionellen Sonnenschutz verzichtet werden konnte. Die Kälteerzeugung erfolgt über eine solarbetriebene Absorptionskältemaschine. Vakuumkollektoren auf dem Dach wandeln solare Gewinne mittels eines Wärmetauschers in Kälte, so dass darüberhinaus eine umweltverträgliche Kühlung der Wohneinheiten möglich ist.
RiverParc Pittsburgh

RiverParc Pittsburgh

Martin Haas als Partner in Behnisch Architekten

Philip Furtwängler

Sinan Tiryaki

Architekt

Sinan studierte in Stuttgart (DE) und Istanbul (TR) Architektur und schloss 2013 sein Diplom mit Auszeichnung an der Universität Stuttgart ab. Während und nach seinem Studium arbeitete Sinan in mehreren Architekturbüros und war als Lehrkraft an der Universität Stuttgart tätig.

Bei haascookzemmrich STUDIO2050 ist Sinan seit 2013 als Architekt angestellt. Seit 2014 ist Sinan Projektleiter für das Projekt Alnatura in Darmstadt.

Zu seinen bisherigen Tätigkeiten zählen außerdem die Mitarbeit an diversen Wettbewerben (u.a. Musik-Campus in Hamburg) sowie an städtebaulichen Gutachterverfahren (Schulcampus Lohsepark in Hamburg).

Yohhei Kawasaki

Architekt

Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums im Fach Materials Engineering in Japan, war Yohhei als Produktdesigner / technischer Zeichner in Japan tätig. Nach zwei Jahren Berufserfahrung als Produktdesigner studierte er Architektur BA und MA in Stuttgart (DE). Während und nach seinem Studium war Yohhei in mehreren Büros in Süddeutschland tätig. Unter anderem arbeitete er für LAVA in Stuttgart.

Bei haascookzemmrich STUDIO2050 ist Yohhei seit 2013 als Architekt angestellt. Zu seinem bisherigen Aufgaben zählt die Mitarbeit an diversen Wettbewerben (u.a. MBCC in Beijing) und Projekten (Alnatura Arbeitswelt).

Seit 2018 ist er als Projektleiter für das Projekt Smichov City – Sever Prag und das Projekt Kaldewei Innovationszentrum tätig.

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