Neue Stadtmitte
Rheinstetten / Deutschland

Städtebauliches Konzept

Das Baufeld B1 ist am östlichen Rand des Wettbewerbsgebietes gelegen und bildet den Auftakt in die Neue Stadtmitte – Rheinstetten. Der Gebäuderiegel soll darüber hinaus auch als Schallschutzriegel für das westlich gelegene neue Wohngebiet dienen. Aus diesem Grund wird auch die Zufahrtsstraße durch das Baufeld ins Wohngebiet überbaut. An dieser Nahtstelle des Wettbewerbsgebietes schlagen wir die Nutzung eines Pflegewohnheims mit Tagespflege und betreutem Seniorenwohnen vor. Gerade an dieser Position, im Eingangsbereich des neuen Stadtquartiers, erscheint eine halböffentliche Nutzung kombiniert mit betreutem Wohnen besonders sinnvoll und geeignet zu sein.

Unser architektonisches Konzept für den Neubau sieht eine straßenseitige „harte Kante“, die den erforderlichen Schallschutz an dieser Stelle gewährleistet, und eine „weiche Kante“ nach Südwesten, mit feinmaßstäblichen Vor- und Rücksprüngen gegenüber der „kleinkörnigen“ Wohnbebauung vor. Das Gebäude reagiert hiernach architektonisch und städtebaulich auf die örtlichen Gegebenheiten und die Ausrichtung zur Sonne. Nach Südwesten verschatten vorspringende Geschossdecken und Balkone die darunterliegenden Fassaden. Nach Norden, zur Straße hin, bieten Kastenfenster ausreichenden Schallschutz und rhythmisieren die Fassade in horizontaler Richtung. Fassadeneinschnitte zur Belichtung der Treppenhäuser bilden darüber hinaus einen vertikalen Rhythmus entlang der Nordostseite. Die unterschiedlichen Nutzungen gliedern den Gebäudekörper zusätzlich und sind nach außen hin ablesbar.

Nutzungskonzept

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) plant auf dem Baufeld B-1 eine soziale Einrichtung entsprechend der vorgesehenen Nutzungsvariante des Auswahlverfahrens zu errichten. Diese soziale Einrichtung soll folgenden Inhalt haben:

  1. Ein Altenpflegewohnheim mit 90 Pflegeplätzen in Einzelzimmern aufgeteilt in 6 Wohngruppen.
  2. Eine Altentagespflegestätte mit bis zu 15 Plätzen
  3. Bis zu 30 Betreute Wohnungen für Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren bzw. für Menschen mit Behinderung

Dieses Sozialzentrum entspricht bezüglich der Konzeption und den Inhalten dem festgestellten Bedarf an Altenpflegeplätzen in Rheinstetten. Dieses Angebot wird durch die sinnvolle Vorhaltung von Altentagespflegeplätzen und Betreuten Wohnungen ergänzt, von denen, wie festgelegt, 30 % als geförderter Wohnraum zur Verfügung gestellt werden sollen. Diese Leistungen werden in einem aufeinander abgestimmten System angeboten. Die geplante stationäre Einrichtung in Rheinstetten wird nach den neusten Erkenntnissen moderner Pflege gebaut. Da das Prinzip „Wohnen in der Pflege“ im Vordergrund steht, ist insbesondere an eine ansprechende Architektur und Innenraumgestaltung gedacht, die das Wohlbefinden der Bewohner maßgeblich fördern soll. Es werden 6 Hausgemeinschaften für jeweils bis zu 15 Bewohner entstehen. Damit stehen bis zu 90 Pflegeplätze in modernen Einzelzimmern mit 16 m² zur Verfügung. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes barrierefreies Bad. Die Räumlichkeiten und auch der Zugang sind von der stationären Pflege durch den Durchgang der Straße zum Wohngebiet separiert.

Energetisches Konzept und Nachhaltigkeit

Für das Bauvorhaben wird ein nachhaltiges Konzept vorgeschlagen, dass auf Energieeffizienz und regenerative Energie setzt. Die erhöhten Vorgaben der EnEV werden umgesetzt. Die vorgesehene nachhaltige Bauweise wird für geringe Transmissionswärmeverluste sorgen, so dass der zukünftige Nutzer mit geringen Betriebskosten rechnen kann. Die Hauptzielsetzung des Konzepts ist die Minimierung des Primärenergiebedarfs bei gleichzeitiger Sicherstellung der thermischen Behaglichkeit in den einzelnen Bereichen. Es kommen optimal dimensionierte technische Anlagen zum Einsatz. Um gesunde Wohn- und Aufenthaltsverhältnisse zu erreichen, werden nur sorgfältig ausgewählte und geprüfte Baumaterialien verwendet. Die Auswahl der Materialien sowohl bei der Landschaftsgestaltung, wie auch für die Hochbauten orientiert sich an gesamtökologischen Kriterien, wie z.B. einem geringen Anteil an grauer Energie und einer umweltgerechten Entsorgung, wobei die Funktionalität Vorrang hat. Bei der Gebäudehülle kommen hochwärmegedämmte Bauteile zum Einsatz. Besonderer Wert wird auf eine „wärmebrückenfreie“ Konstruktion der thermischen Hülle gelegt. Zur Wärmeversorgung wird das Gebäude an das vorhandene Fernwärmenetz angeschlossen. Im Übrigen ist auch der Einsatz von Solarthermie-Anlagen zur Heizungsunterstützung bzw. Trinkwassererwärmung vorgesehen. Durch die passive Nutzung der Sonnenenergie zur Raumheizung wird der Wärmebedarf in den Wohnungen und Pflegezimmern reduziert.

Das Team

Boris Rüther

Architekt

Sein Studium startete Boris im schwäbischen Biberach (DE). Nach Zwischenstopps in Luzern (CH) und Berlin (DE) absolvierte er mit dem Master of Arts an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (DE) sein Studium.

Neben der Planung und dem Mitwirken beim Umbau des CAD-labs an der Kunstakademie, engagierte sich Boris während seines Studiums auch an der Planung und Realisierung der Ausstellungsskulptur für die 250-jährige Jubiläumsausstellung „Voila" in der Staatsgalerie Stuttgart. In den Architekturbüros HASCHER JEHLE Architektur, Berlin und Kauffmann Theilig & Partner, Stuttgart konnte Boris ebenfalls wertvolle Praxiserfahrung sammeln.

Nach dem Studium hat Boris das neu gegründete STUDIO2050 fasziniert. Hier arbeitete er an Wettbewerben wie der Erweiterung des Mercedes Benz Campus in Stuttgart und dem Guggenheim Museum in Helsinki, Finnland. Das Empfangsgebäude der Firma Schmalz in Glatten (DE) ist sein erstes realisiertes Hochbau-Projekt, auf das er nicht nur wegen der Auszeichnung "Beispielhaftes Bauen“ der Architektenkammer stolz sein kann.

Stephan Zemmrich

Partner

Stephan Zemmrich hat nach seiner Ausbildung als Tischler in Delft und in Stuttgart Architektur studiert. Nach Tätigkeiten in Rotterdam und Indien bei dem späteren Pritzker Preisträger Balkrishna Doshi, war Stephan Zemmrich seit 2005 in Behnisch Architekten als Architekt und Projektleiter tätig. Neben dem Unilever Gebäude in Hamburg ist hier auch das Dorotheenquartier Stuttgart zu nennen bei dem Zemmrich für den Wettbewerbsentwurf und den Projektstart verantwortlich zeichnet. 2012 hat sich Stephan Zemmrich mit Martin Haas und David Cook selbständig gemacht und das Büro haascookzemmrich STUDIO2050 gegründet.

Auszüge: Projekte

Unilever Hamburg

Unilever Hamburg

Stephan Zemmrich als Projektleiter für Behnisch Architekten Der Neubau für die Hauptverwaltung von Unilever hat einen neuen Akzent in der südlichen Stadtansicht der Hafencity in Hamburg gesetzt. Die offene Bürolandschaft für die gut 1200 Mitarbeiter entwickelt sich um ein zentrales Atrium herum. Das Gebäude ist organisiert wie eine kleine Stadt. Es gruppieren sich Nachbarschaften um eine Welt aus Brücken Plätzen und Rampen. Vielseitigkeit, Leichtigkeit, Transparenz und Dynamik fördern den Austausch. Es ist ein Haus welches Öffentlichkeit schafft. Neben dem innovativen Bürokonzept ist das Unileverhaus das weltweit erste Bürogebäude mit einer LED Beleuchtung als integraler Bestandteil des Nachhaltigkeitkonzepts. Neben dem Umweltzeichen der Hafencity in Gold hat das Gebäude diverse internationale Auszeichnungen erhalten und wird heute im Reiseführer als eine der 10 Hauptattraktionen Hamburgs geführt.

#hcz_rheinstetten

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